Graeme Simsion: Das Rosie-Projekt und Der Rosie-Effekt

Mein Entschluss „Rosie“ zu lesen war ein Schnellschuss im vergangenen Sommer. nakura hatte Das Rosie-Projekt gerade beendet und fand es so lustig, dass sie es mir ans Herz legte. Übrigens etwas wofür ich immer sehr dankbar bin. Bekanntermaßen bin ich ein leidenschaftlicher Krimi-/Thriller-Leser und habe in der Regel für Bücher aus anderen Genres kein Auge. Umso toller ist es, wenn die Freundin in anderen Genres quasi den Vor-Leser gibt und ausgewählte Literaturtipps an Personen mit Scheuklappen – mich – weitergibt :)

DAS ROSIE-PROJEKT
Don Tillman ist sowas wie ein australischer Sheldon Cooper. Mit Mitte 30 will er heiraten, weil das  ein Schritt ist, der in seiner Lebenslogik irgendwie Sinn macht. Allerdings bedeutet das, dass Don eine Frau finden muss, die ihm zusagt. Und darüber hinaus: der auch er zusagt! Um möglichst wenig Zeit auf der Suche nach der eventuell dann doch Falschen zu verschwenden, entwirft Don einen hochwissenschaftlichen Fragebogen, den jede Frau vor dem ersten Date ausfüllen muss. Rosie sucht hingegen keinen Mann, sondern Dons wissenschaftliche Expertise als Genetiker, denn sie möchte herausfinden wer ihr Vater ist. Als Probandin taugt die chaotische Barkeeperin kein bisschen und vielleicht entschließt sich Don gerade deswegen ihr zu helfen.

FAZIT: Sagen wir es mal so, wirklich überraschend ist in diesem Buch nichts. Das macht aber nichts, denn Dons Bemühungen eine Frau zu finden, und Rosies Bemühngen ihren Vater zu finden sind unterhaltsam und höchst amüsant. Überhaupt ist die Idee des mehrseitigen Fragebogens ja gar nicht soooo schlecht, denn gewisse Ansprüche an einen Partner, in meinem Falle wäre der Aspekt Nichtraucher ein absoutes Muss und Fernbeziehungen mag ich auch nicht, hat sicher jeder von uns. Don übertreibt es aber natürlich – sonst könnte man ja auch kein Buch drüber schreiben. Die Situationen die dadurch entstehen sind teilweise natürlich völlig absurd, aber wenn man sich ein bisschen in Don hineinversetzt, durchaus logisch. Der Roman macht Spaß, die Nebencharaktere, die Dons Leben in irgendeiner Art und Weise schon seit Jahren beeinflussen, sind nicht allzu platt und insgesamt spreche ich eine Empfehlung für diesen leichten „Sommer“-Roman aus.

Wer nun total unvoreingenommen Teil 1 lesen möchte, der sollte an dieser Stelle bitte nicht weiterlesen, denn selbst die Inhaltsangabe von Teil 2 ist gewissermaßen schon ein Spoiler. Besser gleich ganz ans Ende meines Beitrags springen, wo ich meine Gedanken zu beiden Teilen spoilerfrei zusammenfasse :)

— SPOILER ANFANG —

 

 

 

DER ROSIE-EFFEKT
Don und Rosie sind glücklich verheiratet und ziehen nach New York, wo sich für beide neue berufliche Chancen bieten. Als Rosie schwanger wird, gerät das sorgfältig ausbalancierte Leben der beiden jedoch aus den Fugen, denn Don möchte der bestmögliche Vater aller Zeiten werden und greift auf wissenschaftliche Recherchemethoden zurück, die mit der echten Welt leider so gar nicht harmonieren…

FAZIT: Puuuuh. So lustig Teil 1 ist, Teil 2 ist echt bescheiden. Die Gags vorhersehbar, die Handlungen nahezu aller (!) Personen völlig absurd – selbst vom Don-Tillman-Level ausgehend. Die Idee selbst, nämlich, dass die Beziehung von Rosie und Don durch ein Baby getopt, aber auch herausgefordert wird, weil für Don unkalkulierbare Größen natürlich ein mindestens ebenso unberechenbares Risiko darstellen, ist nicht schlecht, weshalb ich Der Rosie-Effekt auch gleich im Anschluss an Das Rosie-Projekt gelesen habe. Doch an der Umsetzung mangelt es. Little Spoiler, aber es braucht nun ein Beispiel: Don denkt sich, dass man das Verhalten von Kindern am besten am lebenden Objekt studiert und setzt dich daher auf einen Spielplatz, um Kinder zu beobachten. Na nun ratet mal. Was passiert wohl als Nächstes? Geeeenau, Don bekommt erst Ärger mit den anwesenden Müttern und dann eben auch mit der Polizei, weil er seine „Beobachtungen“ sehr unglücklich formuliert und begründet. Dieser Besuch bei der Polizei, sowie eine Anzeige ziehen einen Rattenschwanz unsinniger Ereignisse nach sich, die vor allem vom völlig hirnbefreiten Handeln der Personen untermauert werden, denen man eigentlich größere soziale Kompetenz zutraut als Don… Also nicht nur er agiert plötzlich ungeschickt, nein, alle anderen auch! Was ein Käse. Ja, ich habe das Buch beendet, doch es war die Zeit nicht wirklich wert.

 

 

—- SPOILER ENDE —-

Wie gesagt, wer Lust auf ein bisschen Spaß hat, ist mit Das Rosie-Projekt wirklich gut bedient, ich würde jedoch empfehlen vom zweiten Teil die Finger zu lassen. Der Rosie-Effekt ist nämlich nicht mal annähernd so lustig und innovativ wie der Vorgänger und gerazu ärgerlich auf Splastick ausgelegt. Braucht man das? Naja, ich mal nicht.

 

8 Comments

  1. Ich fand das erste Buch eher so mähhh… Kann gar nicht mehr sagen woran es gelegen hat, weil es gleich wieder aus den Augen aus dem Sinn war. Das zweite Buch werde ich mir bei Spotif* anhören, so nebenbei beim Putzen ist das sicherlich okay…

    LG

  2. Hm, echt schade, dass Teil 2 so enttäuschend war :/

    Mir wird gerade wieder bewusst, wie wenig ich mittlerweile mit diesem Genre anfangen kann, denn nicht mal den besseren Teil 1 würde ich lesen wollen :D

Begin at the beginning and go on 'till you come to the end: then stop.

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