Ich bin dann mal durch…

… durch die Tür und auch psychisch. Mein April-Juli-Projekt ist seit Donnerstag abgeschlossen und ich atme gerade tiiiiief ein und aus. Als heute Nacht irgendwo in unserer Straße eine Katze enervierend vor sich hin maunzte, wachte ich auf und stellte nach ein paar schlaftrunkenen Zehntelsekunden fest „Oh, Freitag, freiiiiiiiii, niiiiichts vor, nichts machen müssen, ich bin freiiiiiii!“ und schlief tief befriedigt direkt noch mal ein. Gibt es eigentlich was Besseres als diesen tiefen, seeligen Schlaf nach Monaten der Anspannung und des Drucks?!

Seit April stand ich nahezu permanent unter Strom und habe mich kaum mit etwas anderem als dem Projekt beschäftigen können, ohne zu denken „Eigentlich müsste ich…“. Ihr kennt das sicher. Feierabend, Wochenenden und Geburtstage fanden nur im Kalender statt und nicht mal bei meinem liebsten Hobby, Serien, habe ich mich entspannen können, den Fernseher eigentlich nur noch eingeschaltet, um den Versuch zu starten an etwas anderes zu denken. Nun sitze ich hier und es juckt mich irgendwie in den Fingern was zu tun, denn nichts tun ist so ungewohnt. Aber ich halte jetzt einfach mal die Füße still und freue mich auf:

  • Spaghetti Bolognese heute Abend – mit Liebe gekocht, nicht mit Zeitnot
  • einen Ausflug ins Grüne, morgen  – die Natur wirklich mal wahrnehmend, nicht durchrauschend
  • Zeit mit dem Ehemann – ohne Anzicken, ohne genervt sein, ohne giftige Blicke, einfach lieben
  • Reiseplanung für September – Schottlands Hauptstadt genießen und erleben wollen, nicht nur die wichtigsten Punkte einfach abfrühstücken
  • Zum Friseur gehen – sich von fünf Monaten beach waves ohne beach verabschieden, wieder eine Frisur haben
  • Zeit mit Freunden verbringen – lucky me, sie haben mich nicht vergessen
  • Serien gucken – mich darauf konzentrieren, abtauchen, die Geschichten genießen, nicht nur gucken
  • Bücher lesen – aus purem Vergnügen, ohne messbaren Mehrwert
  • Sport treiben – weil es gut tut, nicht weil es entspannen soll

Und die Moral von der Geschicht‘? So nicht.

Ich kann über mich hinauswachsen, Grenzen überschreiten, die wohl nur in meinem Kopf existiert haben, mehr leisten, als andere und ich es für möglich gehalten haben, aber es fühlt sich nicht rundum gut an und das ein oder andere wird vom Ergebnis her nicht das sein, was ich mir gewünscht habe und daher zur Nachbereitung und zur Überarbeitung gewiss nochmals auf meinem Tisch landen. Nun, so sei es. Aber ich ziehe aus der Episode meine Lehre. Mehr Zeit nehmen, mehr Zeit lassen, mehr genießen, mehr leben. I will.

13 Comments

  1. Yeehaw! Gratuliere, dass du’s gepackt & durchgebissen hast. Ich hoffe, Du kannst die Erleichterung nun voll geniessen =) Ich muss noch genau 2 Wochen, dann hab ich’s für den Moment auch geschafft und es geht endlich auf in unser lang-ersehntes Roadtrip-Abenteuer =)

  2. Super, dass du es geschafft hast und jetzt frei bist! :)
    Und noch besser, dass du so viele tolle Dinge hast, die du richtig genießen kannst (bin schon auf den Reisebericht aus der schottischen Hauptstadt gespannt ;)).

    • Leider ist das verlängerte Wochenende nun auch schon wieder vorbei und wenn ich mir so ansehe, was in den nächsten Wochen abends so an „Freunde treffen“ ansteht… *kreisch* Wusste gar nicht, dass ich so viele habe :D

  3. Freue mich für dich und die frisch wiedererlangte Freiheit *yay*
    Nach den zurückliegenden harten Monaten hast du dir nun wirklich all das verdient, was auf deiner Freu-mich-drauf-Liste steht :)

Begin at the beginning and go on 'till you come to the end: then stop.

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