Jo Nesbø: Der Fledermausmann (Harry Hole 1)

Ich glaube jeder Krimi-Fan kennt Harry Hole. Den norwegischen Kommissar mit dem Alkoholproblem. Es ist nicht so als wären mir die Namen Hole oder Nesbø nicht des Öfteren begegnet, zumal er auch einer der Lieblingskommissare meiner lieben Mo ist. Trotzdem hat mich die Reihe seit wir uns kennen nicht gereizt. Vermutlich, weil sie Ende der 90er Jahre des letzten Jahrtausends beginnt, ich mit Band 1 anfangen wollte, aber wenig Lust auf Kommissare hatte, die zum telefonieren auf Telefonzellen angewiesen sind. Aber so arg war es dann doch nicht. Ehrlich gesagt kann ich nun nicht mal mehr sagen ob Harry Hole in Der Fledermausmann ein Handy hat/benutzt oder nicht :D

INHALT: Der norwegische Polizeikommissar Harry Hole reist nach Sydney um die australische Polizei bei der Aufklärung des Mordes an einer jungen Norwegerin zu unterstützen. Was zuerst nach einer zufälligen Tat aussieht, entpuppt sich schnell als Tat eines Serienmörders. Gemeinsam mit dem Aborigine Andrew, einem australischen Polizisten der ihm als Unterstützung zugeteilt wurde, taucht Harry ins Nachtleben der Großstadt ein, folgt richtigen Hinweisen und falschen Fährten und verliebt sich in die schwedische Kellnerin Birgitta…

FAZIT: In diesem Falle habe ich darauf verzichtet im Vorfeld irgendwelche Rezension zu lesen und mich einfach auf Mo und nakuras Urteil verlassen, die die Nesbø-Serie super finden. Daran tat ich gut, denn in der Tat konnte Harry Hole mich direkt packen und bescherte mir mehrere Stunden Lesevergnügen, wenn am Ende auch einen in meinen Augen  nicht gaaaaanz so realistischen Mörder. Irgendwie war das aber zweitrangig, denn ich glaube Nesbøs Augenmerk lag darauf dem Leser die zerrissene Figur Harry Hole näherzubringen und für zukünftige Fälle einzuführen und aufzubauen.

Im Nachhinein konnte ich in diversen Rezension nun lesen, dass Der Fledermausmann nicht so besonders ist, weil: der Fall wenig Sinn mache; Hole als Alkoholiker-Cop reichlich undifferenziert ermittele; die Sequenzen in denen über Sydney, Australien im allgemeinen sowie die Aborigines im besonderen philosophiert wird, besser in einen Reiseführer passen würden. Aaaaaaber, da bin ich anderer Meinung. Es mag sein, dass sich die Hole Geschichten von Band zu Band steigern, komplexer und kriminalistischer werden, aber Der Fledermausmann dient mehr der Charakterstudie des Harry Holes als der Kriminalgeschichte selbst und als solche ist der Roman großartig. In den wenigsten Krimireihen kann man so tief in die Seele eines Ermittlers blicken, wie bei Nesbøs Harry. Der ist nämlich kein Superheld, der „menschelt“. Toller Auftakt, ich bin gespannt wie es weitergeht.

12 Comments

  1. Mo 8. März 2016

    Hach Harry Hole, er ist DER Lieblingskommissar <3

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    • Alice Alice 8. März 2016

      Da war ich mir nicht mehr sicher :D Aber jetzt weiß ich es. Und ich glaube, er wird auch mein Lieblingskommissar!

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  2. Sarah 8. März 2016

    ich liiiebe Harry :)

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    • Alice Alice 8. März 2016

      Er polarisiert vermutlich, entweder man mag ihn, oder eben nicht. Aber ich mag ihn auch.

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  3. nakura 8. März 2016

    Mir hat Band 1+2 auch wirklich gut gefallen, und iiiiiiiiiirgendwann werde ich auch weiterlesen. :-D

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    • Alice Alice 8. März 2016

      Band 3 war von den 3, die ich nun gelesen habe der beste. Weiterlesen lohnt sich also :)

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  4. Miahira 8. März 2016

    Das klingt gut, ich mag es, wenn man die Hauptfigur so richtig gut kennen lernt. Ist mal auf meine Endlos-Liste gewandert. :)

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  5. stefka 8. März 2016

    Ich habe diesen ersten Harry Hole als Hörbuch angehört. Ich fand ihn sehr spannend, Deine Ansicht hinsichtlich des Mörders teile ich jedoch ebenfalls.

    Ich bin großer Norwegen-Fan und habe mich auf einen Krimi gefreut, der in Norwegen spielt. Da war ich bei dem Band natürlich ein bisschen enttäuscht… (Ich hatte kein Ahnung davon, dass dieser Band in Australien spielt, da ich durch Zufall über eine Kollegin an das Hörbuch gekommen bin).

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    • Alice Alice 10. März 2016

      Teil 2 spielt in Thailand…. aber ab dann gibt es ein bisschen Norwegen und Oslo. Ich bin nun bei Teil 4 und wirklich Harry-Fan!

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  6. Lena 12. März 2016

    Ich bin in die Reihe ja recht weit hinten eingestiegen, habe aber inzwischen die ersten beiden Bände auch gelesen… und mich ein bisschen in Harry verguckt :P Ich finde den richtig, richtig cool, eben WEIL er abgehalftert ist und schon so einiges auf dem Kerbholz hat.

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    • Alice Alice 13. März 2016

      Mir gefällt an Harry, dass er ein Unrechtsbewusstsein hat. Er weiß schon, dass er Mist macht bzw. wann er Mist macht. Das stört michb bei vielen anderen dieser Cowboy-Kommissare, die spielen nach ihren eigenen Regeln und finden auch, dass sie über den Dingen stehen. Das nervt mich dann schon bisweilen und das ist bei Harry eben nicht so.

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