Unser liebstes Brot

Brot kaufen oder selbst backen? Meine Mama meinte ja, dass jede junge Frau in ihrem Leben mal die Phase hätte in der sie Brot selber backen würde. Na solche Pauschalurteile liebe ich ja. Und weise ich auch total weit von mir :D Aber warum backen ich unser Brot neuerdings selbst? Nun, wir hatten da eine kleine Bäckerei in unmittelbarer Nähe, die tolle Backwaren produzierte. Leider lag sie direkt neben einem Lidl, der mit gutem, günstigen, frischen Brot die kleine Bäckerei erst dazu brachte nachmittags, also nach der Schule, zu schließen und inzwischen ganz aufzuhören. Marc hat das fürchterlich geärgert. Wir kaufen gerne bei Lidl, aber musste es wirklich diese Frischback-Geschichte sein? Aldi ja genauso. Tja, ein 500g Dinkelbrot kostet bei Lidl nun 1,99€, was ein toller Preis ist. Für knapp 1€ plus Energie backen wir jetzt aber trotzdem selbst. Nein, das wird Lidl gewiss nicht kaputt machen, das wollen wir ja auch nicht, aber mental halten wir unserer kleinen Bäckerei damit quasi die Treue ;)

Wie man weiß, stehe ich ja mit Hefe auf Kriegsfuß, auf unser veganes Brot → mit der Karotten Rapselei hatte ich aber auch keine Lust mehr und deshalb habe ich es mit der Basis-Version eines jeden Brots versucht und muss sagen: es klappt. Ganz tadellos!

MAN BRAUCHT:
500g Mehl (200g Dinkel + 300g Dinkelvollkorn)
50g Leinsamen
50 g Sesam
50 g Sonnenblumenkerne
1/2 Würfel Hefe
1 EL Salz
500ml warmes Wasser
1/2 TL Honig

IMG_3923Mehl, Körner und Salz in eine Schüssel geben und vermischen. Einen Spritzer Honig in 500ml warmes Wasser geben und die Hefe unter rühren darin auflösen. Die Flüssigkeit zum Mehl in die Schüssel gießen und alles mit dem Knethaken der Küchenmaschine gut durchkneten. Der Teig soll schlussendlich gaaaaanz zäh vom Knethaken fließen, ist also weniger fest als ein üblicher Hefeteig.

Den Teig in eine Kastenform füllen (ich bin unfassbar happy mit Größe und Form dieser hier →, da ist kein zusätzliches Fett nötig und sie ist spülmaschinenfest). Eine Tasse Wasser in den Ofen stellen, die Kastenform eine Etage höher auf dem Gitter platzieren, den Ofen auf 200° Umluft stellen und 75 Minuten in Ruhe und Frieden gehen und backen lassen.

Danach die Form aus dem Ofen nehmen, das Brot auskühlen lassen und dann sanft aus der Form gleiten lassen – macht mich jedes Mal glücklich, wenn das mit einem leichten *flump* vonstatten geht. Yeah! Brot backen ist fast wie das Rad erfinden, es fühlt sich total super-duper-Hausfrauen-Kompetenz-mäßig an! Und damit sich das mit dem Ofen auch lohnt, backe ich zukünftig immer zwei Brote, nämlich eins für meine Eltern mit.

29 Comments

  1. Ich bin auch kein Hefe-Fan. Daher traue ich mich weder an Hefekuchen noch an Brot heran…
    Aber deins sieht echt klasse aus, und so aufwändig hören sich die Arbeitsschritte gar nicht an :O

    • Ich dachte auch immer, dass ich keine Hefe mag, aber in diesem Brot geht es für mich. Probier es vielleicht einfach mal aus :) Es ist halt schon super genau zu wissen, dass kein Weizen im Brot ist und man die bevorzugten Körner reinmischen kann.

  2. das brot sieht gut aus :)

    ich versuche mich ja derzeit am sauerteig-brot backen. das ist eine wissenschaft für sich. mein erster versuch war mit sauerteig-extrakt + hefe von dm, das war zwar essbar, aber leider ist es zusammengefallen. ich habe auch festgestellt, dass ein richtiger sauerteig ohne hefe auskommt. nun probiere ich es mit selbstgezüchtetem sauerteig, und das dauert ein paar tage, bis der fertig ist – ich bin gespannt, ob das klappt :)

  3. Wir kaufen unser Brot nur bei kleinen Bäckereien, die noch ohne diese Backmischungen backen. Gerade das Diskonterbrot hat mit originalem Brot gar nichts mehr zu tun und fördert dazu auch noch die ganzen Lebensmittelunverträglichkeiten.
    Selber gebacken habe ich bisher noch nie, aber vielleicht versuche ich es demnächst einmal – mit dem Dampfbackofen sollte das angeblich ganz einfach funktionieren.

  4. Bei uns würde das Unterfangen bereits an der fehlenden Backofen-Umluft scheitern, aber ansonsten klingt selbstgebackenes Brot wirklich interessant.
    Die Geschichte mit eurem Bäcker stimmt mich irgendwie traurig :'(

    • Falls es dich etwas aufmuntert: in dem kleinen Häuschen wird es demnächst einen neuen Bäcker geben. Aber ich backe vorerst trotzdem selbst. Ich glaube übrigens, falls du Lust hast, dass das Rezept auch mit 220° Ober-/Unterhitze funktionieren könnte.

  5. Ich esse kaum noch Brot, aber wenn, backe ich es auch sehr oft selbst, weil ich dann weiß, was drin ist. Eine gesunde Ernährung verträgt sich für mich einfach nicht mit abgepacktem Brot vom Discounter und in der Bäckerei ist es mir oft zu teuer. Dass Euer netter Bäcker jedoch für eine Discounter-Kette weichen musste, ist bitter.

    Tatsächlich habe ich das Brot von Lidl schon probiert, es schmeckt mir sogar, aber mir ist Selbstbacken dennoch lieber. Dein Rezept klingt einfach und gut umsetzbar (für alles andere fehlt mir die Geduld), ich speichere es mal ab, danke dafür! Liebe Grüße und Dir einen schönen Sonntag.

  6. Ich hatte nach Spanien immer Brotbackmischungen mitgenommen wenn ich hier war. Insofern habe ich auch schon oft Brot gebacken, aber eben nur mit Mischungen. Wenn du sonst nur Weißbrot hast, dann ist das schon ein Genuss :-D. So Sauerteigzeugs habe ich auch eine Packung hier, aber die liegt schon Jahre und dürfte sicher schon abgelaufen sein, ich wollte das schon ewig mal ausprobieren. In LE hatte ich eine kleine Bäckerei um die Ecke, da habe ich immer mein Mischbrot gekauft, geschnitten und eingefroren und dann portionsweise aufgetaut. So musste ich nie was wegwerfen und teuer fand ich das am Ende auch nicht. Das beste Mischbrot macht aber definitiv ein Bäcker in der Nähe meiner Eltern, da könnte ich mich reinlegen. Meine Großeltern fahren jede Woche dahin einkaufen und da ist immer was davon im Haus. Die wenige Zeit, die ich gerade habe, investiere ich dann doch lieber ins Backen, bin grad fertig mit meinen banana peanut butter cupcakes und hab noch sososososo viel zu tun…argh…

  7. Bei uns zu Hause hat der Backshop es nicht geschafft sich gegen die Bäckerereikonkurrenz durchzusetzen und musste wieder abziehen. Dafür muss ich aber sagen, freuen ich mich in Finnland über die Lidl Backtheke, so gibt es wenigstens dort etwas Bäckereifeeling.

    Ich muss deiner Mutter wohl recht geben, wir hatten mal eine Zeit eine Brotbackmaschine und ich habe eine Zeit nur von mir selbstgemachte Brötchen (ist ja eigentlich Brot) gegessen. Das wurde mir dann doch zu viel Arbeit.

    Ich wollte aber schon ewig mal ein Brot backen, vielleicht versuche ich es mit deinem Rezept, ;)

    • Meine Mutter hat auch immer mit dem Brotbackautomat gebacken, ich finde rumstehendes Gerät aber immer nervig und bin daher so zufrieden mit dieser Variante. Und es ist halt kinderleicht!

  8. Oh, gerade erst deine „Brotzeit“ entdeckt! ;)
    Ich überlege auch schon seit einiger Zeit, ob ich nicht mal Brot selber backe und da kommt dein Rezept gerade wie gerufen! :) Das probiere ich die Tage mal aus.

  9. hihi, diese Phase habe ich auch zeitweise gehabt… und sie kommt immer mal wieder durch das ich unser Brot selbst backe.
    Wir haben hier mittlerweile auch keinen Bäcker mehr der nicht an eine Kette gekoppelt ist, das finde ich sehr schade.
    Der letzte wo wirklich alles sehr sehr lecker ist, hat vor 3 Jahren zugemacht.
    In unserem Nachbarort der echt wenig Einwohner hat macht jetzt der 4 Bäcker auf und auch dort gibt es noch Edeka, Lidl und Aldi wo es ja auch Backwaren gibt….
    verrückt dieser Bäckerwahnsinn….

Begin at the beginning and go on 'till you come to the end: then stop.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.